Frauenarzt Dr. Michael Stany und Frauenärztin Dr. Eva Liebhart
Floridsdorfer
Hauptstraße 22/3
1210 Wien
Tel.: 01 / 270 53 53

Der Vaginalring

Der Vaginalring (auch bekannt als Nuvaring oder Monatsring) ist ein Verhütungsmittel, welches mit Hormonen den Eisprung verhindert. Der Ring aus Kunststoff wird in die Vagina eingeführt und nach drei Wochen wieder entfernt. In den folgenden sieben Tagen ohne Ring setzt eine menstruationsähnliche Blutung ein.

Wirkung

Die vom Ring kontinuierlich abgegebenen Hormone gehören wie bei der Antibabypille zu den Estrogenen und Gestagenen. Sie werden lokal von der Vaginalschleimhaut aufgenommen. Der Vaginalring ist mit einem Pearl-Index von 0,25 bis 1,18 fast so sicher wie die Pille (0.1-0.9) oder die Symptothermale Methode (0.3).

Durch die Abgabe von Estrogenen und Gestagenen wird der Eisprung verhindert. Das Gestagen verhindert die Verflüssigung des Muttermundschleims und das Eindringen der Spermien wird erschwert. Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht in ihr einnisten kann. Die Wirkung des Vaginalrings entspricht auf hormonellem Niveau also der Wirkung der Pille.

Anwendung

Der Verhütungsring wird immer am gleichen Wochentag eingeführt und nach 21 Tagen wieder entfernt. Nach den 21 Tagen folgt eine 7-tägige Pause bis zur nächsten Anwendung. Das plötzliche Ausbleiben der Hormone in der Pause führt zu einer menstruationsähnlichen Hormonentzugsblutung, auch Abbruchblutung genannt. Die Verhütung einer Schwangerschaft ist während der gesamten vier Wochen gewährleistet. Der Ring kann ohne Wirkungsverminderung innerhalb von 24 Stunden für maximal drei Stunden aus der Scheide entfernt werden, zum Beispiel wenn er beim Geschlechtsverkehr stört.

Vorteile

Der Vaginalring eignet sich gut für Frauen, die eine regelmäßige Einnahme der Antibabypille nicht gewährleisten können oder wollen, aber auch für Frauen, bei denen durch Krankheiten im Magen-Darm Bereich eine Wirkung der Antibabypille nicht in vollem Umfang gewährleistet ist.

Er ist ähnlich sicher wie die Antibabypille, weist aber ein geringeres Risiko täglicher Einnahmefehler auf; er kann also nicht vergessen oder zu spät eingenommen werden. Weiters beeinträchtigen Erbrechen und Durchfall seine Wirkung nicht, allerdings treten die gleichen Wirkverluste durch stoffwechselanregende Medikamente (Antibiotika) wie bei der Antibabypille auf. Die Hormone werden unter Umgehung des Verdauungstraktes aufgenommen, wodurch die Hormondosis geringer ausfällt und weniger häufig bzw. weniger starke Nebenwirkungen auftreten sollen. Der Hormonspiegel im Blut ist geringer und gleichmäßiger als beim Verhütungspflaster oder der Antibabypille. Wie bei anderen hormonellen Verhütungsmethoden fällt die Abbruchblutung oft schwächer oder kürzer aus und Probleme wie PMS, Krämpfe und Übelkeit während der Blutung sind geringer als ohne hormonelle Kontrazeptiva. Darüber hinaus können bis zu drei Ringe ohne Pause nacheinander und somit ohne Periode und Menstruationsbeschwerden angewendet werden.

Der Vaginalring wird von den meisten Frauen gar nicht oder kaum gespürt. Allerdings kann der Vaginalring von einigen Frauen und Männern beim Geschlechtsverkehr gespürt werden. Er ist aber nach kurzer Übung leicht aus – und wieder einführbar. Die Abbruchblutung ist stabil und planbar.

Nachteile

Wie bei allen hormonellen Verhütungsmethoden können beim Verhütungsring unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Häufig sind diese Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Unlust auf Sex (verminderte oder gestörte Libido), Übelkeit, Brustspannungen und -verhärtungen, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Scheidenentzündungen, Stimmungsschwankungen, Akne oder schmerzhafte Regelblutungen. Es kann außerdem neben der Abbruchblutung zu Schmier- und Zwischenblutungen kommen. Der Ring kann, in wenigen Fällen, auch  als unangenehmer Fremdkörper empfunden werden. Auch sollten Wochentag und Tageszeit beim Einlegen und Entfernen des Ringes mit Disziplin eingehalten werden. Auch der feste Sitz des Ringes muss regelmäßig überprüft werden. Frauen mit weiten Scheidenverhältnissen, beispielsweise kurz nach der Geburt, haben ein erhöhtes Risiko, den Vaginalring und damit auch die empfängnisverhütende Wirkung unbemerkt zu verlieren. Der Vaginalring darf nicht während der Stillzeit angewendet werden.

Ein weiterer Nachteil ist die noch gerinege Erfahrung mit dieser doch noch recht jungen hormonellen Verhütungsmethode. Man vermutet deshalb dieselben möglichen Nebenwirkungen wie bei der Antibabypille (beispielsweise arterielle und venöse Thrombosen und Thromboembolien, erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs oder Pigmentstörungen). Raucherinnen, Diabetikerinnen, Frauen mit Lebererkrankungen oder Störungen der Blutgerinnung, stark Übergewichtige und ältere Frauen sollen die Risiken zusammen mit ihrem Frauenarzt genau abwägen. Auch ist auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu achten.

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